Wie werden Chilli- und Paprika-Pflanzen überwintert?
Verfasst von admin am 24. September 2010 - 13:18
In den Ländern, in denen Chillis und Paprikas heimisch sind, wachsen sie ohne Pause das ganze Jahr hindurch und das häufig über viele Jahre. Aus diesem Grund lohnt sich natürlich eine Überwinterung der Pflanzen auch bei uns. Einige Sorten bringen sogar erst im zweiten Jahr besonders reiche Erträge.
Leider klappt das Überwintern von Capsicum (alle Arten und Sorten) bei uns nicht im Freien. Jede Form von Frost ist tödlich. Die Pflanzen müssen also auf jeden Fall nach drinnen gebracht werden. Im Haus bieten sich zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Überwinterung an.
Capsicum in der Wohnung überwintern
- Die beste Methode ist das Überwintern der Chillis in einem kühlen, frostfreien und sehr hellen Raum bei einer Durchschnittstemperatur von +10°C. Bei dieser Art der Überwinterung wird das Gießen vermindert und die Düngung eingestellt. Die Pflanzen brauchen nur wenig Wasser.
Achten sie vermehrt auf die Luftfeuchtigkeit. Chillis vertragen keine trockene Luft. Im Zweifelsfall lohnt es sich, einen Topf mit Wasser auf die Heizung zu stellen oder feuchte Tücher darüber zu hängen. - Eine Ünerwinterung im normal temperierten Zimmer ist ebenso möglich. Die Pflanze macht dann keine Pause und wächst den Winter über weiter wie sie es auch in ihrer Heimat täte. Das bedeutet, das genauso weiter gegossen und gedüngt wird wie zuvor. Im warmen Raum muss noch mehr auf die Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Besprühen Sie Ihre Pflanze regelmäßig mit Wasser. Sie wird weiter blühen und Früchte ausbilden.
Grundsätzliches zur Pflege von Chillis in der Überwinterung
- Schädlingsbefall:
Leider sind Chillis in der Überwinterung sehr anfällig für Spinnmilben und Blattläuse. Die trockene Heizungsluft tut da ihr übriges. Kontrollieren Sie unbedingt regelmäßig ihre Pflanze und ergreifen sie Maßnahmen, wenn Sie Schädlinge entdecken. Gießen Sie mäßig. Ist die Erde dauerhaft zu nass, so kann dies Schädlingsbefall begünstigen. - Rückschnitt:
Ein Rückschnitt der Pflanze ist nicht unbedingt nötig, schadet aber auch nicht. Für einen Rückschnitt vor dem Einräumen spricht zum einen die Platzersparnis und die Förderung der Verzweigung. Man darf Chillis sogar in den verholzten Bereich der Zweige schneiden. Die Pflanze treibt nämlich auch sehr viel besser aus unverholzten Zweigen aus als aus dem verholzten Teil.
Auf der anderen Seite ist eine große Chillipflanze mit verholztem Stamm ein sehr schöner Anblick. Je mehr zurückgeschnitten wurde desto weniger Blattmasse bleibt übrig und desto weniger darf gegossen werden. Viel Blattmasse bedeutet viel Photosynthese und damit ein hoher Bedarf an Wasser und Nährstoffen. - Gießen:
Auch für Chillis gilt die Regel: Je dunkler und kühler die Pflanze steht desto weniger Wasser benötigt sie. Grundsätzlich sollten Chillis so gegossen werden, dass sie nicht im Wasser stehen. Staunässe ist auf gar keine Fall gewünscht. Lassen Sie die Erde immer wieder etwas abtrocknen. Ab Mitte Februar / Anfang März darf die Umgebungstemperatur langsam steigen und damit sollte auch wieder vermehrt gegossen werden. - Luftfeuchtigkeit:
Die Heimat von Capsicum ist Südamerika. Diese Pflanzen lieben eine höhere Luftfeuchtigkeit. Trockene Heizungsluft ist Chillis ein Greuel. Den richtigen Grad der Luftfeuchtigkeit herzustellen ist garnicht so einfach. Es bleibt eine Gradwanderung, denn zu hoch fördert Schädlingsbefall und zu niedrig schwächt die Pflanze. - Umtopfen:
Ende des Winters darf umgetopft werden. Haben Sie Ihre Chilli-Pflanze stark zurückgeschnitten, so sollten Sie mit dem Umtopfen warten, bis sich die ersten Triebe und neuen Blätter gebildet haben. Wählen Sie den neuen Topf nicht zu groß aus, denn dann steckt die Pflanze erstmal alle Kraft in die Bildung neuer Wurzeln anstatt neu auszutreiben.



