Welche Leuchtmittel eignen sich für die Pflanzenbeleuchtung?

Wie in den anderen Artikeln zum Thema:"Künstliche Beleuchtung für Pflanzen" auf dieser Webseite schon ausführlich beschrieben, benötigen Pflanzen ein ganz spezielles Licht, um Photosynthese betreiben zu können, zum Wachsen und zum Blühen. Von Nöten sind die Wellenlängen der elektromagnetischen Strahlung von 400 bis 500 Nanometer und 600 bis 700 Nanometer, also aus dem blau-violetten und rot-orangen Bereich des sichtbaren Lichts. Das Sonnenlicht deckt diesen Bedarf vollkommen ab, vorausgesetzt es handelt sich um Pflanzen, die an dem Ort auch heimisch sind, an dem sie wachsen.


Für den Fall, dass man unabhängig von der jahreszeitlich bedingten Tageslichtausbeute Pflanzen züchten möchte oder aber, dass man Pflanzen aus anderen Regionen der Welt halten möchte, die andere Lichtverhältnisse gewöhnt sind, benötigt man künstliche Beleuchtung. Diese kann sowohl zusätzlich zum vorhandenen Tageslicht geschalten oder auch ausschließlich genutzt werden als Ersatz des Tageslichts in speziellen Treibräumen oder Laboratorien.

Doch welche Arten von Lampen sind nun eigentlich für die Belichtung von Pflanzen geeignet? Eines kann sofort gesagt werden: Glühbirnen eignen sich garnicht für die Pflanzenbeleuchtung, da sie den blau-violetten Lichtbereich fast garnicht bedienen.

Diese künstlichen Lichtquellen sind als Pflanzenlicht geeignet:

  1. Leuchtstoffröhren

    Leuchtstoffröhren (LSR):


    Sie werden auch Niederdruck-Gasentladungslampen genennt und eignen sich besonders gut für die Anzuchtphase und die Stecklingsbewurzelung, vorrausgesetzt man achtet auf das richtige Farbspektrum.
    Nimmt man die einfache Leuchtstoffröhre aus dem Baumarkt, so hat nur die mit der Bezeichnung kaltweiß, coolwhite oder daylight das richtige Spektrum.
    Desweiteren gibt es spezielle Leuchtstoffröhren, die extra für die Pflanzenbeleuchtung optimiert wurden von Firmen wie Phillips, Osram, Sylvania und SecretJardin.
    Zum Teil findet man auch nur eine Nummer, die Auskunft über das Farbspektrum gibt. Diese Nummer setzt sich wie folgt zusammen:

    Die Bedeutung der ersten Ziffer ist die Röhrenart:

    • 8 = Dreibandröhren
    • 9 = Fünfbandröhren

    Die Bedeutung der folgenden zwei Ziffern ist die Farbtemperatur angegeben in Kelvin::

    • 65 = 6500 K
    • 60 = 6000 K
    • 30 = 3000 K



    Leuchtstoffröhren gibt es mit Leistungen von 18 - 75 Watt. Sie benötigen ein Vorschaltgerät. Wichtig für die Entscheidungsfindung, welche Lampe nun die richtige wäre, ist natürlich noch der Lichtstrom, der in Lumen (lm) gemessen wird. Sollte dieser vom Hersteller nicht angegeben sein, so gibt es hier ungefähre Richtwerte:

    • 18 W ~ 1650 Lumen
    • 36 W ~ 2400 - 3300 Lumen
    • 55 W ~ 3800 - 4750 Lumen
    • 75 W ~ 5040 - 6750 Lumen

    Fazit:
    Leuchtstoffröhren sind billig im Verbrauch und in der Anschaffung. Die Farbwiedergabe ist in Ordnung, nur der Lichtstrom und damit auch die Beleuchtungsstärke ist etas dürftig, so dass sie nur bedingt für die Pflanzenzucht im Allgemeinen geeignet sind.


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  2. Energiesparlampe

    Energiesparlampen:


    Die Energiesparlampen haben mittlerweile sehr aufgeholt mit ihrer Entwicklung und sind durchaus in der Lage mit den Natriumdampflampen mitzuhalten.
    Energiesparlampen zeichnen sich aus durch eine einfache Handhabung, da sie bereits das Vorschaltgerät integriert haben und fast immer über einen E40 beziehungsweise selten auch einen E27 Sockel verfügen, so dass sie einfach nur in die entsprechende Fassung gedreht werden müssen. Sie passen daher auch in fast alle Reflektoren, die eigentlich für Natriumdampf- oder Metallhalogenlampen gedacht wären. Leider wiegen Energiesparlampen mehr wie Natriumdampflampen, so dass man die Energiesparlampen manchmal mit etwas handwerklichem Geschick am Ende nach oben binden muss, da die Reflektoren eben doch nicht für diese Lampenart gedacht waren.

    Die gängigen Größen sind Lampen mit 125 und 200 Watt. Man bekommt sie mit 2700 K, 4200 K und 6400 K, je nachdem für welche Phase der Pflanzenentwicklung man sie einsetzen möchte. Natürlich ist der Stromverbrauch von Energiesparlampen höher als der von Leuchtstoffröhren, sie schaffen aber auch einen deutlichen höheren Lichtstrom.Die Durchschnittswerte sind wie folgt:

    • 125 Watt ~ 8000 Lumen
    • 200 Watt ~ 12000 Lumen

    Fazit:
    Energiesparlampen sind noch relativ günstig im Verbrauch bei einer guten und ausreichenden Beleuchtungsstärke und einer geeigneten Farbwiedergabe. Positiv erwähnenswert ist die geringe Wärmeentwicklung der Lampen. Dadurch sinkt die Gefahr der Blattverbrennung und die Lampe nutzt die nötige Leistung viel effizienter. Diese Lampenart ist gut geeignet für die Pflanzenzucht und als Zusatzbelichtung im Winter.


  3. Natriumdampflampe

    Natriumdampflampen:


    Natriumdampflampen sind die Leuchtmittel, die klassischerweise in der professionellen Pflanzenzucht verwendet werden. Man verwendet in der Pflanzenbeleuchtung genauer gesagt die Natriumhochdrucklampen.
    Von allen angeführten Lampen erzielen sie die höchste Lichtausbeute mit durchschnittlich 150 Lumen pro Watt. Im Handel findet man sie mit 150 W, 250 W, 400 W, 600 W und 1000 W. Dies bedeutet einen durchschnittlichen Lichtstrom von:

    • 150 W ~ 22500 Lumen
    • 250 W ~ 37500 Lumen
    • 400 W ~ 60000 Lumen
    • 600 W ~ 90000 Lumen
    • 1000 W ~ 150000 Lumen

    Natriumdampflampen benötigen für die Inbetriebnahme immer ein Vorschaltgerät, da eine sehr hohe Spannung von bis zu 5 kV für die Zündung von Nöten ist. Das Lichtspektrum der Natriumdampflampen liegt hauptsächlich im rötlichen und gelblichen Bereich und werden deswegen vorrangig für die Förderung der Blühphase eingesetzt. Es gibt jedoch auch Natriumdampflampen, denen das Gas Xenon beigemengt wurde. Diese können auch einen gewissen Blauanteil im Licht entwickeln, so dass sie auch für die Wachstumsphase einsetzbar werden.

    Fazit:
    Natriumdampfhochdrucklampen haben eine hervorragende Lichtausbeute und eignen sich deswegen vor allem für die Pflanzenzucht von Blühpflanzen. Sie können als vollständiger Ersatz für das Tageslicht in der Pflanzenzucht verwendet werden, wenn sie einen gewissen Blauanteil im Licht erzeugen können.
    Möglicherweise nachteilig sind die hohen Temperaturen, die diese Leuchtmittel erzeugen, weswegen der Einsatz von sogenannten Cool Tubes bedenkenswert wäre. Cool Tubes sind Glaszylinder, in die das Leuchtmittel eingesetzt werden können. Mit Hilfe eines Lüfters wird andauernd die heiße Luft aus dem Zylinder abgesaugt und nach draußen befördert, wodurch eine deutliche Hitzeverminderung erreicht werden kann.
    Natriumdampflampen sind leider nicht so billig in der Anschaffung als auch im Verbrauch.


  4. Metallhalogen-Leuchtmittel

    Metallhalogendampflampen:

    Halogenmetalldampflampen sind eine Weiterentwicklung der Quecksilberdampflampe und gehören zur Gruppe der Gasentladungslampen. Durch Zusätze von Metall-Jodiden oder Jodiden der seltenen Erden, konnte das Lichtspektrum der Quecksilberdampflampe deutlich erweitert und verbessert werden, wodurch Metallhalogendampflampen sich nun sehr gut für die Pflanzenbeleuchtung eignen. Ihr Lichtspektrum liegt hauptsächlich im blau / weißen Bereich. Dadurch sind sie sehr geeignet für das Anzucht- und Jungpflanzenstadium von Pflanzen sowie als Zusatzbelichtung von Pflanzen im Gewächshaus und in der Wohnung.

    Man erhält Halogenmetalldampflampen mit einer Leistung von 250 W, 400 W, 600 W oder 1000 W im Handel. Ihre Lichtausbeute ligt bei ca. 110 Lumen pro Watt. Daraus errechnet sich ein Lichtstrom von:

    • 250 W ~ 27500 Lumen
    • 400 W ~ 44000 Lumen
    • 600 W ~ 66000 Lumen
    • 1000 W ~ 110000 Lumen

    Genau wie bei Natriumdampflampen wird ein Vorschaltgerät benötigt.

    Fazit:

    Metallhalogenlampen sind in ihrer Anwendung genauso zu bewerten wie Natriumdampflampen. Man verwendet sie allerdings nur für die Wuchsphasen von Pflanzen und nicht für die Blühphasen, da ihnen das gelb/rote Farbspektrum fehlt.


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