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Banane überwintern

Man kann leider nicht von der Bananenstaude im Allgemeinen sprechen, denn es gibt viele verschiedene Arten und Sorten mit unterschiedlichen Ansprüchen. Deswegen brauchen die unterschiedlichen Bananen auch eine unterschiedliche Überwinterung. Wichtig ist für alle Sorten, das sie einmal im Jahr für ca. drei Monate in eine Vegetationsruhe gehen, die im Fall der Zimmerpflanzen sogar künstlich herbeigeführt werden sollte.

Bananenstauden die den Sommer oder gar das ganze Jahr draußen verbringen, gehen durch den Einbruch des Winters und das damit verbundene Absinken der Temperaturen ja automatisch in die Vegetationsruhe.

Für die Überwinterung der Banane sollte man wissen aus welcher Klimazone sie stammt, denn je nach Klimazone muss anders überwintert werden.

Banane

Bananenstauden können aus folgenden Klimazonen stammen:

  1. Die gemäßigten Zonen
    Bananenstauden, die meistens winterhart sind und draußen überwintert werden können, wenn man bestimmte Schutzmaßnahmen ergreift. Der typische Verträter ist die Japanische Faserbanane (Musja basjoo) aus Japan.
  2. Die subtropischen Zonen
    Bananenstauden, die an Orten draußen überwintern könnten, an denen die Durchschnittstemperaturen im Winter bei +10°C liegen. Dies betrifft vor allem die Sorten der Enseten, die in der Türkei zu finden sind.
  3. Die tropischen Zonen
    Bananenstauden dieser Gruppe stammen zumeist aus Hawaii, Süd-Asien, Kenia und Guayana. Typische Vertreter sind die Arten Musa acuminata Dwarf Cavendish und Musa Dwarf Red. Die Überwinterung findet in der Wohnung oder im Gewächshaus bei ca. +18°C statt.

Die Überwinterung der Banane im Freien

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten eine Basjoo Bananenstaude im Freien zu überwintern. Für welche man sich entscheidet, ist zum einen eine Frage des Aufwands und zum anderen eine Frage der zu erwartenden Größe der Bananenstaude.

Im Grunde genommen reicht es aus, nur das Rhizom der Bananenstaude zu überwintern. Bei steigenden Temperaturen im Frühjahr treibt die Pflanze automatisch neue Blätter aus dem Rhizom aus und bildet erneut den typischen Scheinstamm der Banane. Dazu sägt man im Herbst den Stamm der Banane direkt über dem Boden ab und deckt ihn gut ab mit trockenem und sauberem Isolationsmaterial wie Stroh, abgefallenem Laub, Fichtenreisern oder sogar Styroporplatten. Man sollte auf keinen Fall eine Abdeckung mit Folien vornehmen, da sich unter ihnen bei Sonnenbestrahlung leicht Kondenswasser bilden kann, so dass die Gefahr der Vernässung des Rhizoms besteht.
Der Nachteil dieser Methode liegt auf der Hand, denn diese Bananenstaude wird jährlich nur eine bestimmte Höhe erreichen und nie die prächtige Erscheinungsform der ausgewachsenen Banane erreichen. Das bedeutet auch, dass sie nie blühen wird. Dafür ist diese Methode sehr unkompliziert.

Die zweite Möglichkeit ist das Einkürzen des Stamms auf ca. ein Drittel der Gesamtlänge. Der Stamm bekommt zur Isolation einen Zaun aus Hasendraht mit ca. einem Durchmesser von einem Meter. Diesen Zaun füllt man mit trockenem Stroh oder sauberem und trockenem Buchenlaub soweit auf, das der übriggebliebene Stamm darin verschwindet. Das ganze sollte aussenherum nochmals mit Schilf- oder Bastmatten umwickelt werden und von oben mit einer Folie oder einem umgedrehten Plastikeimer vor Nässe geschützt werden. Manche verwenden die Folie auch zum Umwickeln des Hasendrahts. Dann muss diese aber unbedingt an frostfreien Tagen zum Lüften entfernt werden.

Für die Bananenliebhaber, die ihre Bananenstaude auch einmal in voller Größe und Früchte tragend erleben wollen, bleibt nur die sehr aufwendige Alternative, die Pflanze mit einem Lattengerüst zu umbauen. Auf dieses werden mindestens zwei Lagen Noppenfolie getackert. Man kürzt zuvor nur die noch vorhandenen Blätter auf ungefähr eine Hand breit über dem Stiel ein, da diese vermutlich spätestens im Frühjahr abfallen werden und man auf diese Art und Weise Platz und Material sparen kann.
Wird nur eine Banane umbaut, so kann man den Innenraum zu zwei Dritteln mit Stroh oder trockenem Buchenlaub füllen. Bei mehreren Pflanzen wird es vermutlich sehr schwierig so viel Füllmaterial aufzutreiben. Wenn auf das Füllmaterial verzichtet wird, dann muss man sich eine Methode einfallen lassen wie das Schutzzelt bei Temperaturen unter -6°C beheizt werden könnte. Denkbar wäre hier die Benutzung eines thermostatgesteuerten Heizlüfters oder einer Gasheizung. Ein weiteres Problem bei dieser Zeltkonstruktion ist die Feuchtigkeit, die nicht aus dem Inneren entweichen kann. Spätestens ab Februar muss daher unbedingt ausreichend gelüftet werden, damit der Stamm nicht zu nass wird und deswegen kaputt geht. Eine Tür oder Fenster sollte also in der Konstruktion nicht vergessen werden.

Möglicherweise ist in diesem Fall doch eine Überwinterung im dunklen Keller oder in einem geheizten Gewächshaus vorzuziehen wie sie im Folgenden beschrieben wird.

Die Überwinterung der Banane im frostfreien, dunklen Keller oder in der Garage

Diese Überwinterungsform ist empfehlenswert für die Bananenstauden aus den subtropischen Zonen. Man kann solche Arten den Sommer über entweder als Kübelpflanze in den Garten stellen oder auch direkt in die Erde pflanzen. Wenn im Herbst die Temperaturen unter +5°C fallen, so sollten die Bananenstauden allerdings nach drinnen gebracht werden.

Für die Überwinterung gibt es wieder zwei Möglichkeiten. Entweder man überwintert sehr platzsparend nur das Rhizom oder gleich die ganze Pflanze.
Das Rhizom kann einfach ausgegraben werden. Wenn dabei Wurzeln verletzt werden, so ist dies nicht so dramatisch, da die Banane diese im Frühjahr ganz schnell wieder bildet. Damit es wirklich frostfrei überwintert, lagert man das Rhizom entweder auf einer Schicht Rindenmulch oder Torf oder auf einer Styroporplatte. Man sollte es dann noch mit Sackleinen oder anderem Tuch abdecken. Diese Abdeckung wird während des gesamten Winters feucht gehalten, aber nie durchnässt.

Die andere Variante wäre das Überwintern der ganzen Pflanze im dunklen frostfreien Keller. Man kann die Blätter zuvor einkürzen, muss man aber nicht. Normalerweise vertrocknen sie in der Überwinterung so und so. Wie man das handhabt ist Geschmackssache und eine Frage des Platzes.

Bei Kübelpflanzen ist es ratsam, wenn die Erde schon sehr trocken ist beim Einräumen. Der größte Feind in der Überwinterung ist Fäulnis. Je nach Größe der Pflanze wird daher nur sehr wenig bis garnicht gegossen. Möglicherweise wächst die Bananenstaude auch in der Überwinterung weiter, so dass man eventuell auch im Winter die Blätter zurückschneiden muss.

Grosse Pflanzen können tatsächlich liegend überwintert werden. Man sollte den Stamm dann auf jeden Fall ausreichend unterpolstern, damit er nicht abknickt.
Spätestens Mitte Mai dürfen die Bananenstauden wieder ins Freie und beginnen sofort mit dem Austreiben neuer Blätter und der Bildung neuer Wurzeln. Alte Blätter werden spätestens zu diesem Zeitpunkt entfernt. Keine Angst, es macht garnichts, wenn nur noch der Stamm dasteht, denn das wird sich sehr schnell ändern.

Überwinterung der Banane in der Wohnung oder im temperierten Gewächshaus.

Die tropischen Bananenstauden benötigen ca. +18°C zum Überwintern. Man kann sie also entweder in der Wohnung oder im beheizten Gewächshaus überwintern. Das normale Tageslicht ist ausreichend für die Bananenstaude im Winter. Trotz der Wärme geht diese Art der Bananenstaude trotzdem in eine Vegetationsruhe. Das bedeutet, dass man sie im Winter nur sehr wenig gießen sollte. Es reicht auf jeden Fall aus, mit dem Gießen so lange zu warten, bis sich die Erde vom Topfrand löst. Auch dann nur in sehr geringen Mengen gießen.
Durch die Wärme entsteht natürlich erhöhte Gefahr des Schädlingsbefalls. Kontrollieren Sie Ihre Pflanze deswegen regelmäßig vor allem auf Spinnmilben.

Wenn man also weiß, aus welcher Klimazone die eigene Banane stammt, so kann ganichts schief gehen, wenn man sich an die entsprechenden Möglichkeiten der Überwinterung hält.